Halos, Nebensonnen...

...und andere atmosphärische Erscheinungen.

Zwischen Sonne und Erdatmosphäre gibt es ein komplexes Wechselspiel, das zu auffälligen Lichterscheinungen führen kann. Am bekanntesten ist sicher der Regenbogen, doch am häufigsten ist die

Nebensonne

Die Nebensonnen zeigen sich meist bei leichter Schleierbewölkung in einem Abstand von 22 Grad links und/oder rechts von der Sonne:

Nebensonne

Nebensonnen entstehen durch Brechung an Eiskristallen der oberen Atmosphäre. Oft sieht man nur eine blasse, farblose Aufhellung. Derartig farbíge Exemplare wie auf den obigen Foto sind eher selten zu beobachten. Da nur wenige Menschen bewußt in Sonnenrichtung schauen, bleiben die meisten Nebensonnen unbeachtet. Eng mit den Nebensonnen verwandt sind die

Halos

Zuweilen kann man Halos und Nebensonnen gleichzeitig beobachten. Am häufigsten ist der 22 Grad-Ring. Seltener sind Doppelringe zu sehen, bei denen der 22 Grad-Ring noch einmal von einem Ring mit 46 Grad Sonnenabstand umrundet wird.

Etwas außergewöhnliches sind Eisnebelhalos. Sie sind sehr selten und meist nur in den Bergen zu beobachten. Im Eisnebel sind im Idealfall mehr als ein halbes Dutzend Haloarten gleichzeitig zu sehen. Eisnebelhalos bei der Sonne sind selten, Eisnebelhalos beim Mond noch seltener.

Halos

In der Nacht vom 10. auf den 11.12.2002 war in der Nähe von Bayrischzell ein derartiges Mondhalo zu beobachten. Neben dem häufiger sichtbaren 22 Grad-Kreis gab es noch einen weiter außen liegende Haloring, in dem links und rechts 2 Nebenmonde zu sehen waren. Um den Mond selbst gab es kreuzförmige Streamer. Am dramatischsten war ein sehr heller Zirkumzenitalbogen oberhalb des Mondes. Es ist unmöglich, ein derartiges Phänomen adäquat abzubilden und die Stimmung zu transportieren. Dennoch wurde ein Versuch gestartet. Ein mit einem Weitwinkelvorsatz kombiniertes 28mm Objektiv lieferte ein Gesichtsfeld von ca. 120 Grad. Leider waren die Aufnahmen etwas unterbelichtet. Der äußere Haloring ist auf den Dias kaum wahrnehmbar. Bei der digital aufbereiteten Version wurde versucht, das Beste aus dem vorhandenen Material herauszukitzeln. Im Hintergrund sind die Sterne des Pegasus-Quadrates zu erkennen:

Halos 2

Die folgende Grafik gibt einen Überblick über die Vielzahl der beobachtbaren Haloerscheinungen.
Sie sind sowohl bei der Sonne als auch beim Mond zu sehen.
Mehr Infos gibt es unter http://www.meteoros.de.

Grafik Haloerscheinungen

Regenbögen

entstehen durch Lichtbrechung an einer Regenfront. Der Regenbogen entsteht immer an der sonnenabgewandten Seite. Daher sind Regenbögen nur bei niedrigen Sonnenstand zu beobachten. Immer, wenn es am Morgen oder am Abend regnet und gleichzeitig die Sonne scheint, ist die Chance groß, dass sich ein Regenbogen bildet.

Regenbogen 1

Regenbögen bei Sonnenuntergang besitzen oft eine intensive rote Farbe:

Regenbogen 2

An der violetten Kante der Regenbögen sind zuweilen die schwachen Interferenzbögen zu sehen:

Regenbogen 3

Je höher die Sonne am Himmel steht, desdo flacher liegt der Regenbogen am Horizont:
Regenbogen 4 

Einige atmosphärische Phänomene sind erst in den letzten Jahren verstärkt in das Bewußtsein der Öffentlichkeit gerückt. Dazu zählen der "Green-Flash" (der "Grüne Strahl") und die Nachtleuchtenden Wolken.

Der Grüne Strahl ist ein relativ schwierig zu beobachtendes Phänomen beim Sonnenauf- oder -untergang. Für Sekundenbruchteile bis maximal wenige Sekunden wird oberhalb der Sonne ein grünlich leuchtender Fleck sichtbar, bzw. ist der letzte "Blitz" beim Sonnenuntergang grün. Aufgrund der Lichtbrechung in der Atmosphäre bzw. aufgrund der Lichtbeugung des Sonnenlichtes an einer weit entfernten "Kante" kommt es dabei zur Zerlegung des weißen Lichtes in seine Farben. Das Rot ist dabei der untere, das Blau der obere Teil. Die "Kante" kann ein weit entfernter Berg ohne Bäume oder auch der Meereshorizont sein. Auch über Inversionsschichten ist der Grüne Strahl beobachtet worden. Eine Entfernung der Kante zum Beobachter von mindestens 50km scheint erforderlich zu sein, sodaß die Aufweitung des farbigen Anteils groß genug ist, um wahrnehmbar zu sein. Eigentlich wäre dies der "Blaue Strahl"; weil das Blau aber in der Atmosphäre größtenteils ausgefiltert wird, verbleibt das Grün als sichtbarer Abschluß des aufgeweiteten Farbenkegels. Gleichmäßige Luftschichtungen begünstigen das Erscheinen des Grünen Strahls. Der folgende Grüne Strahl wurde von Peter Aniol während einer Kreuzfahrt in der Südsee fotografiert:

Green Flash

Während die Green Flashs meist im Süden fotografiert werden, sind die Nachtleuchtenden Wolken am besten in mittleren Breiten zu beobachten. Zwischen Mai und August kommt es gelegentlich zu einer Auskühlung der Stratosphäre, die mit der Bildung feiner, wellenförmiger Wolken einhergeht. In Norddeutschland steht die Sonne in Juni weniger als 18 Grad unter dem Horizont. Aus dieser Position ist es ihr möglich, die Höhenwolken so anzustrahlen, dass sie als silbrige Bänder sichtbar werden.

Nachtleuchtende Wolken wurden in den letzen Jahren verstärkt beobachtet. Es ist in der Wissenschaft umstritten, ob die Nachtleuchtenden Wolken heute tatsächlich häufiger auftreten als in früheren Zeiten oder ob sie heute einfach mehr Beachtung finden.

Nachtleuchtende Wolken

Nachtleuchtende Wolken 2

 

 

 

Nützliche Links:

Fachgruppe Atmophärische Erscheinungen der VdS
Direktlink zum Grünen Strahl der VdS-Fachgruppe
Viel Info in Englisch und wunderbare Fotos des Grünen Strahls

 

 

!! EINE WICHTIGE WARNUNG !!

Blicken Sie niemals durch ein Teleskop, ein Fernglas oder ähnliches direkt auf die Sonne. Dies kann zu dauerhaften Augenschäden bis hin zur Erblindung führen! Ein geeigneter Sonnenfilter ist unerläßlich! Decken sie stets auch das Sucherfernrohr ab, um Schäden zu vermeiden! Auch bei der Beobachtung der Sonne mit bloßem Auge sind stets geeignete Schutzbrillen zu tragen, wie sie zum Beispiel hier erhältlich sind!