Polarlicht

entsteht, wenn bei explosiven Sonnen-Eruptionen ausgestoßene Partikelwolken auf die Erdatmosphäre treffen.

Polarlicht 1

Während sie am Polarkreis fast täglich auftreten, sind sie in Mitteleuropa ein äußerst seltenes Phänomen. Nur etwa alle 11 Jahre ist die Sonne so aktiv, daß sogar in Deutschland gelegentlich ein Nordlicht zu sehen ist. Leider ist ihr Erscheinen nicht exakt vorhersagbar. Zudem liegt die Wahrscheinlichkeit für eine klare Nacht nur bei etwa 20%. Steht dann noch der Vollmond am Himmel, so sind selbst die schönsten Polarlichter kaum zu erkennen.

Polarlicher am 29.10.2003

Doch am 29.10.2003 passte alles zusammen. Ende Oktober 2003 bildeten sich auf der Sonne zwei außergewöhnlich große Fleckengruppen. Sie sorgten für einige Sonnenflares, die zu den stärksten des letzten 11-Jahreszyklus gehörten. Dank der günstigen Ursprungsposition nahe der Sonnenmitte bewegten sich die abgelösten Sonnenteilchen direkt auf die Erde zu und verursachten über mehrere Nächte eine starke Polarlichtaktivität. In ganz Deutschland glühte der Himmel in roten und grünen Farben. Die solaren Teilchen sind zum größten Teil ionisiert. Ihre Ladung führt dazu, daß sie sich entlang der Magnetfeldlinien der Erde ausrichten. Dies gleicht dem bekannten Eisenfeil-Späne-Experiment, das jeder aus der Schule kennt. Auf diese Weise entwickeln sich die vertikalen Strukturen, die auf den unteren Aufnahmen zu sehen sind. Der Feldlinienverlauf konnte auch mit freien Auge gut verfolgt werden, doch erschienen die Polarlichter visuell eher grünlich. Das liegt wohl daran, daß das Auge des Nachts nur eine verminderte Rotempfindlichkeit besitzt. Die Strukturen veränderten sich im Verlauf von nur wenigen Sekunden. Zur Verringerung der Bewegungsunschärfe lag die Belichtungszeit der Aufnahmen bei nur etwa 15 sec. Um die Entwicklung besser zu demonstrieren, wurden jeweils mehrere Aufnahmen als 'Animated Gifs' kombiniert.

Polarlicht 2

Polarlicht 3
Dieses Bild entstand mit einem 28mm Weitwinkel + Fisheyevorsatz. Bei Blende 5,6 wurde jeweils 1,5 min auf E200 (640 ASA) belichtet. Das Gesichtsfeld entspricht etwa 130 Grad.

Polarlicht 4
Meist haben die in Deutschland sichtbaren Polarlichter eine rote Farbe. Diesmal waren auch leuchtende grüne Wolken zu sehen. Die Bilder dieses Animated-Gif sind mit einem 28mm Weitwinkel entstanden.

Polarlicht 5
Auf dieser Einzelaufnahme sind vertikale Strukturen zu erkennen. Sie werden durch die Linien des Erdmagnetfeldes verursacht.

 

Während die meisten meiner Aufnahmen falsch belichtet waren, sind Björn Hamann einige exzellente Aufnahmen gelungen:
Polarlicht 6 
Björn arbeitete u.a. ebenfalls mit einem Fisheyevorsatz. Rundherum ein lodernder Flammenvorhang.

Polarlicht 7Polarlicht 8
Die Bewegung der grünen Wolken ist auf diesem Animated-Gif gut zu erkennen.

Polarlicht 9Polarlicht 10

Auch mit seiner Digitalkamera ´Casio QV-3500EX´ gelangen Björn ein paar phantastische Aufnahmen.

Sonnenflecken
Zwei Tage nach dem Spektakel gelang durch eine Wolkenlücke noch ein Foto der beiden verantwortlichen Sonnenfleckengruppen.

Die Polarlichtnacht vom 20.11.2003

Polarlichtnacht

Drei Wochen nach dem ersten Polarlichtfeuerwerk stürmten erneut rote Wolken über den Himmel. Die hier gezeigten Bilder entstanden mit einem 28mm Weitwinkelobjektiv mitten in der Münchener Innenstadt.

Parallel zu den chemischen Aufnahmen wurde versucht, das Geschehen mit einer Webcam festzuhalten:

 

Die in den Animated-Gifs eingebundenen Aufnahmen sind mit einer ToUCam740 mit Originalobjektiv entstanden. Es wurden jeweils 200 Rohbilder a 0,2 sec per Giotto gemittelt. Nach Darkframe und Flatfieldkorrektur wurde lediglich der Kontrast noch etwas angehoben.

Die linke Animation zeigt ein Polarlicht das am 20.11.03 um 22:15 MEZ am östlichen Horizont aufleuchtete. Die rechte Animation zeigt ein Polarlicht das sich 5 min später am Nordhorizont entwickelte.

 

 

 

!! EINE WICHTIGE WARNUNG !!

Blicken Sie niemals durch ein Teleskop, ein Fernglas oder ähnliches direkt auf die Sonne. Dies kann zu dauerhaften Augenschäden bis hin zur Erblindung führen! Ein geeigneter Sonnenfilter ist unerläßlich! Decken sie stets auch das Sucherfernrohr ab, um Schäden zu vermeiden! Auch bei der Beobachtung der Sonne mit bloßem Auge sind stets geeignete Schutzbrillen zu tragen, wie sie zum Beispiel hier erhältlich sind!