hat zwar nur 1cm mehr Öffnung als das PST, aber dennoch gibt es zwischen den Geräten deutliche Unterschiede. Der Blockfilter hat mit 18mm einen fast vier mal so großen Durchmesser und ist gleichmäßiger gearbeitet. Für den Kontrast der Oberflächendetails ist neben der optischen Qualität auch die Halbwertsbreite entscheidend. Je kleiner die Halbwertsbreite, desto deutlicher werden die Details. Bei Halbwertsbreiten um 1 Angström sind die Protuberanzen besonders hell zu sehen, von der Oberfläche ist jedoch nur wenig zu erkennen. Eine Halbwertsbreite von 0,7 Angström gilt als guter Kompromiß für die Beobachtung von Oberflächen und Gasstrukturen. Bei einem Filter mit weniger als 0,5 Angström sind Flares, Flecken und Granulation sehr deutlich, Protuberanzen jedoch weniger gut zu identifizieren.
Für das Solarscope50 wird eine Halbwertsbreite von 0,7 Angström garantiert. Zur Aufnahmetechnik wurde schon auf den Seiten zum PST und zur Sonnenfotografie ausführlich berichtet. Anders als beim PST ist es mit dem Solarscope 50 auch möglich, direkt im Primärfokus zu fotografieren. So kann mit einer digitalen Spiegelreflexkamera und einem einfachen Fokaladapter ohne störende Zwischenlinsen direkt die komplette Sonne abgelichtet werden:

Um das Maximum herauszuholen, empfiehlt sich jedoch der Einsatz einer Barlowlinse. Bei f/20 werden auch feinste Strukturen in den Protuberanzen sichtbar.
Zwischen den Protuberanzen und der Sonnenoberfläche gibt es einen deutlichen Helligkeitsunterschied. Deshalb ist eine getrennte Verarbeitung empfehlenswert. Bei allen nachfolgenden Bildern wurden Oberfläche und Rand getrennt aufgenommen uns erst später in Photoshop per ´Cut und Paste´ mit einer ´Weichen Auswahlkante´ zusammengefügt.
Mitte Juli 2005 war am Sonnenrand über mehrere Tage ein schönes helles
Aktivitätsgebiet zu sehen. Mehrfach baute sich eine gewaltige Loop-Protuberanz
auf und zerplatzte. Die Gasausbrüche waren so extrem schnell, das man auf
der H-Alpha-Linie eine deutliche Dopplerverschiebung sehen konnte. Nur durch
verkippen des Filterwinkels waren alle Teile der Gasfontäne zu beobachten.
Teilweise waren die Veränderungen ´Live´ mit dem Auge zu verfolgen.
Um 9:25 MEZ war es noch relativ ruhig. Doch dann ging es richtig ab. Extrem war die Dynamik in den 12 Minuten zwischen 9:53 und 10:05. Die Veränderung der Strukturen war direkt zu verfolgen:
Bei der nachfolgenden Animation wurden die Passagen zwischen den Einzelbildern mit einem Morphing-Programm interpoliert.

Anfang Juni 2005 war am Sonnenrand über 3 Tage hinweg eine schöne große Protuberanz zu sehen die mit einem Solarscope 50 erfolgreich fotografiert werden konnte:
Die ersten Bilder entstanden am 2.6.2005. Auf den ersten Blick schien der Gasausbruch sehr stabil zu sein. Doch eine Aufnahmeserie im 30 min Abstand zeigte deutlich, dass er ständig in Bewegung war:

Am Folgetag sind erneut einige Fotos entstanden. Die neu entstandene Protuberanz auf der linken Seite zeigte innerhalb von 10 min deutliche Veränderungen:

Blicken Sie niemals durch ein Teleskop, ein Fernglas oder ähnliches direkt auf die Sonne. Dies kann zu dauerhaften Augenschäden bis hin zur Erblindung führen! Ein geeigneter Sonnenfilter ist unerläßlich! Decken sie stets auch das Sucherfernrohr ab, um Schäden zu vermeiden! Auch bei der Beobachtung der Sonne mit bloßem Auge sind stets geeignete Schutzbrillen zu tragen, wie sie zum Beispiel hier erhältlich sind!